Projektverzeichnis


SUMMA - Bewertung von semantischen Ähnlichkeiten

Ein großer Teil schulischen Wissens wird durch Texte vermittelt, d. h. Schüler lernen hauptsächlich indem sie Texte lesen. Es ist bereits seit langem bekannt, dass das Zusammenfassen von Texten das Textverständnis verbessert und somit auch die Effektivität des Lernens erhöht. Ein intelligentes tutorielles System wurde entwickelt, das Schülern beim Schreiben von Zusammenfassungen assistiert. Das System verwendet hierfür die sogenannte Latente Semantische Analyse (LSA), ein computerbasiertes Modell zur Bewertung der semantischen Ähnlichkeit von Wörtern und Texten. LSA ist ein statistisches Verfahren zur Analyse der Kookurenzen von Wörtern in großen Textkorpora. Es generiert einen hoch-dimensionalen Vektorraum, in welchem Wörter, Sätze und Absätze als Vektor repräsentiert sind. So kann zum Beispiel ein Wortvektor als Repräsentation der Bedeutung des Wortes aufgefasst werden, zumindest seine Bedeutung basierend auf der Verwendung des Wortes im Zusammenhang mit anderen Wörtern. Deutschsprachige semantische Vektorräume für unterschiedliche Themenfelder wurden generiert, die schließlich in Tutorsysteme integriert wurden.

Außerdem wurde eine Plattform zur computergestützten Generierung von Rückmeldungen für studienbegleitende Leistungskontrollen aufgebaut, die in der Lage ist, schnell und einfach inhaltliches Plagiat aufzuspüren und offene Antworten automatisch zu bewerten. Weiterhin wurden Methoden zur Klassifizierung von Textinhalten entwickelt.

Durchgeführte Arbeiten

Konsortium

Institut für Psychologie der Universität Würzburg und eine enge Kooperation mit der LSA-Research-Group des "Summary Street"-Projekts (Professoren Eileen und Walter Kintsch, University of Boulder/Colorado), sowie der Kooperation mit den Professoren Sandra Jhean-Larose und Guy Denhière (Paris), Frau Professor Spinath (Heidelberg) und "Strategischen Innovationszentrum der Bayerischen Landeskriminalpolizei".

Presse

Die hier aufgeführten Pressemeldungen und Radio-Features erschienen im Dezember 2006 in diversen regionalen und überregionalen Presseorganen und berichten über das Forschungsprojekt.

Ausgewählte Zeitungsartikel:

Radiobeiträge:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Kennzeichen HO 1301/11-2 und SCHN 315/29-1

PISA 2009 - Analysen zu Bedingungsfaktoren schlechter Leseleistungen von Jugendlichen nicht deutscher Herkunftssprache

Studien zur Lesekompetenzentwicklung im deutschsprachigen Bereich haben gezeigt, dass in der Gruppe der schwachen Leser Kinder und Jugendliche nicht deutscher Herkunftssprache in hohem Maße überrepräsentiert sind. Die in den Analysen identifizierten Unterschiede zwischen guten und schwachen Lesern sind jedoch weitgehend ohne Berücksichtigung des Migrations- bzw. Sprachhintergrunds der Schülerinnen und Schüler untersucht worden. Die Profile von schwachen Lesern an Haupt- und Gesamtschulen in verschiedenen deutschen Bundesländern wurden vertiefend analysiert und unter Berücksichtigung ihres Sprachhintergrundes spezifiziert. Mit Hilfe dieser Resultate konnten die Ergebnisse der selben Schüler beim zusätzlich erhobenen Lesetest PISA 2009 vorhergesagt werden.

Ein System wurde entwickelt, das die Erfassung von phonologischer Bewusstheit, Arbeitsgedächtnis, Hörverstehen und sprachstrukturellen Kompetenzen ermöglicht.

Durchgeführte Arbeiten

Institut für Psychologie der Universität Würzburg und der Freien Universität Berlin Deutschland